BELLEVUE NZZ - Kleine Vertikal - Degustation eines Barolos aus der berühmten Lage Bussia

Eindrücklicher Rebberg von Parusso: Hier gedeiht die grosse Sorte Nebbiolo.
Der Rebberg Bussia im piemontesischen Ort Monforte d’Alba ist eine der berühmtesten und flächenmässig grössten Lagen für Barolo-Weine. Dort keltert das Weingut Parusso einen herausragenden Cru, wie eine Vertikal-Degustation von vier Jahrgängen bewiesen hat.
Der beeindruckende Rebberg gleicht einem Amphitheater: Die Grosslage Bussia in Monforte d’Alba, bis über 300 Meter über Meer gelegen, gehört zu den bedeutendsten Lagen in Piemont. Zahlreiche Weingüter keltern entsprechende Barolo-Gewächse, die bekanntesten Weine der Region. Eines davon ist der Produzent Parusso. Für den Betrieb ist sein Barolo Bussia der repräsentativste Botschafter der Produktpalette und der Philosophie der Familie Parusso. Marco und seine Schwester Tiziana führen das 23 Hektaren grosse Gut seit über dreissig Jahren.
Die Nebbiolo-Trauben für den Rotwein werden in den Parzellen Rocche und Muni geerntet, wo die Böden reich an Sandstein, weissem Mergel und Lehm sind. Die Rebstöcke sind bis zu sechzig Jahre alt. Im Keller erfolgt die Gärung des Weins spontan mit Naturhefen. Der Wein wird zwei Jahre in französischen Barriques und weitere sechs bis zwölf Monate in der Flasche ausgebaut, bevor er auf den Markt kommt.
Moderner Cru mit hervorragendem Lagerpotenzial
Jetzt ist der Jahrgang 2021 lanciert worden. Der Winzer Marco Parusso zeigt sich euphorisch: «Der 2021er liess von Anfang an einen grossen Jahrgang erahnen. Dies bestätigt sich nach vier Jahren der Reife, denn die spannungsreiche, vibrierende Eleganz des Weins verspricht ein langes Leben in der Flasche.» Ich hatte die Möglichkeit, die neueste Abfüllung sowie drei weitere Jahrgänge des Barolo Bussia zu verkosten. Generelles Fazit: Der stilistisch moderne Cru besitzt ein hervorragendes Lagerpotenzial. Mindestens acht Jahre warten lohnt sich.
Barolo Bussia 2021, Parusso: Der exzellente Wein zeigt sich mit einem sortentypisch hellen Rubinrot. Das komplexe Bouquet ist geprägt von Waldbeeren-Noten, Veilchen, etwas Minze und Teer. Noch sehr jugendlich im Gaumen, mit präsenten, reifen Tanninen und guter Säure, kraftvoller Körper, Finessen und langem Abgang, grosses Reifepotenzial.
- Dieser Jahrgang wird derzeit verkauft: Barolo Bussia 2021, Parusso, 104 Franken; bei vinidamato.ch
Barolo Bussia 2020: Der Wein aus diesem Jahr ist sehr gut gelungen. In der Nase schöner Duft von Kirschen, Rosen, Veilchen und würzigen Anklängen, komplex und kraftvoll im Gaumen, reichhaltige Tannine, gute Säure, überaus finessenreich, repräsentativer Vertreter eines modernen Barolo.
- Gibt es noch für 94 Franken bei cavesa.ch.
Barolo Bussia 2019: Gilt als grosses Jahr. Der Wein präsentiert sich noch etwas verschlossen und braucht seine Zeit. Die Gerbstoffe sind reif, aber leicht austrocknend. Der kräftige, überaus tiefgründige Barolo sollte noch etwas auf die Seite gelegt werden.
- Gibt es noch für 105 Franken, bei vinidamato.ch.
Barolo Bussia 2017: Wohl nicht der grösste Jahrgang, aber nach acht Jahren offenbart der Wein langsam seine Qualitäten. In der Nase sind erste Reifetöne wahrnehmbar, vielschichtiges Bouquet, rote Beeren, etwas Trüffel, Veilchen, Teer, mittelschwer, elegant, feine Tannine, gut integrierte Säure, mit sehr guter Länge, weiteres Potenzial vorhanden.

